Beispiele & Making-ofs

KI-Werbespots: Beispiele, bei denen ich die Karten offenlege.

Die meisten Beispiel-Listen zeigen fremde Videos. Hier bekommst du vier Spec-Spots aus meiner eigenen KI-Filmproduktion, mit Tools, Produktionszeiten und Learnings aus meinen LinkedIn-Breakdowns, plus Industrie-Beispiele von Coca-Cola bis Vodafone zur Einordnung.

Case 01 · Spec

Manner: ein Spot in zehn Stunden

Eine Hommage an Österreichs feinsten Snack, komplett generativ, als inoffizielle Fan-Art klar deklariert. Der Ablauf: Konzept und Skript mit ChatGPT verfeinert, Szenenbilder mit Nano Banana Pro generiert, jede Einstellung mit Kling 2.6 animiert (allein rund sechs Stunden Prompting und Generierung), Voice-over und Sound über Artlist, Schnitt und Sounddesign in Premiere Pro.

Das Learning: Das Tempo ist real, die Einordnung wichtig. Ein freier Spec ohne Kunde, ohne Abstimmungen und ohne Markenvorgaben ist der Prototyp. Ein Kundenprojekt kalkuliert anders: Konsistenz, Feedbackschleifen, Rechte.

≈ 10 StundenKling 2.6Nano Banana ProArtlistPremiere Pro

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Standbild aus dem Manner KI-Werbespot (Spec)
Spec-Spot · nicht beauftragt · Marke ist nicht Auftraggeber

Case 02 · Spec

Porch: die Parodie, in der nichts echt ist

Ein High-End-Autospot ohne Auto: Nicht die Alpen, nicht der Wagen, nicht einmal die „Making-of-Fehler“ sind real. Der Witz steckt in den absichtlichen Halluzinationen, vom UFO bis zu Küchenarmaturen als Auspuff und dem bewusst falsch geschriebenen „PORCH“. Basisbilder mit Nano Banana 2, animiert mit Kling 3.0.

Das Learning: Die KI überzeugend aussehen zu lassen wird leichter. Sie gezielt zu führen, sogar gezielt scheitern zu lassen, ist Regiearbeit und braucht Storytelling, Geduld und unzählige Iterationen.

SatireNano Banana 2Kling 3.0Fake-Making-of inklusive

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Standbild aus dem Porch KI-Werbespot, einer vollständig generativen Auto-Parodie
Spec-Spot · satirische Parodie · keine Markenkooperation

Case 03 · Spec

Pippin: Konsistenz als System

Ein Coming-of-Age-Film für das banalste Produkt der Welt, einen Gartenschlauch, eingereicht beim Runway Big Ad Contest. Der Konsistenz-Trick: dasselbe Haus aus exakt derselben Kameraperspektive durch die Jahrzehnte generieren (80er, 90er, 2020er), die Hero-Frames als Start- und Endbilder für Timelapse-Übergänge nutzen und nur das Motiv im Vordergrund wechseln.

Das Learning: Markenkonsistenz entsteht nicht im Prompt, sondern im System. Wer Anschlüsse plant wie ein Cutter, bekommt Sequenzen statt Clips.

Runway Big Ad ContestLocked-off-PerspektiveTimelapse-Übergänge

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Standbild aus dem Pippin KI-Werbespot: ein Vorstadthaus durch die Jahrzehnte
Spec-Spot · Contest-Einreichung · voll generativ

Case 04 · Spec

IKEA: zwei Minuten Liebesgeschichte, eine Person

Eine kleine Liebesgeschichte in zwei Minuten, komplett generativ, von einer Person gebaut: ein Laptop, ein paar Tools, ein paar lange Nächte. Bilder mit Nano Banana 2, Bewegtbild mit Seedance 2. Als die Stimme des Astronauten zwischen den Shots driftete, kam der Workaround: Dialog exportieren, durch Artlists Speech-to-Speech-Generator schicken, zurück in den Schnitt.

Das Learning: Die Idee ist 90 Prozent der Arbeit. Ein sauberes Skript schlägt jedes Tool, und Charakter- wie Stimm-Konsistenz bleiben der Flaschenhals, den Handwerk löst.

2 MinutenSeedance 2Nano Banana 2Artlist Speech-to-Speech

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Standbild aus dem IKEA KI-Concept-Film
Spec-Spot · unabhängiges Konzept · nicht von IKEA beauftragt

Zur Einordnung

Auch die Großen lernen: von Coca-Cola bis Vodafone.

Das bekannteste KI-Werbespot-Beispiel der Welt: Coca-Cola setzte seinen ikonischen Weihnachtsspot „Holidays Are Coming“ 2024 vollständig mit generativer KI um, produziert mit drei spezialisierten KI-Studios auf Basis von Modellen wie Leonardo, Luma und Runway. Die Reaktionen waren gespalten: Gleitende Lkw-Räder und seltsam lächelnde Menschen wurden breit kritisiert. Die Version 2025 fiel deutlich besser aus, mit einem klaren Rezept: weniger ungeführte Generierung, mehr Kuratieren und Handwerk.

Genau das ist die Lektion dieser Seite: Das Werkzeug macht keinen Spot. Ob Weltmarke oder Mittelstand, der Unterschied zwischen „KI-Schrott“ und Werbung liegt in Konzept, Konsistenz und Postproduktion.

Quellen: The Decoder · Hollywood Reporter · Marketing Week

Drei weitere KI-Werbespot-Beispiele aus der Industrie

Kalshi · USA 2025

Der virale Veo-3-Spot der NBA Finals

Der Prognosemarkt Kalshi schaltete im Juni 2025 im YouTube-TV-Stream der NBA Finals einen komplett KI-generierten Spot: erstellt mit Google Veo 3 von Creator PJ Accetturo, rund 300 bis 400 Generierungen für 15 nutzbare Clips, Prompting-Kosten unter 2.000 Dollar, über 3 Millionen Views in einer Woche.

Quellen: NPR · Hollywood Reporter

Toys’R’Us · USA 2024

Der erste Markenfilm mit Sora

„The Origin of Toys’R’Us“ war der erste große Markenfilm mit OpenAIs Sora, produziert mit der Agentur Native Foreign, Premiere bei den Cannes Lions 2024. Die Reaktionen reichten von Staunen bis „unheimlich“: ein Lehrstück dafür, dass Technologie allein noch keine Markenwärme erzeugt.

Quellen: Marketing Dive · Engadget

Vodafone · Deutschland 2024

Die deutsche Qualitäts-Benchmark

„The Rhythm of Life“ unter der Regie von Sebastian Strasser war der erste komplett KI-generierte Vodafone-Spot: alle Bilder und alle Personen KI-erstellt, veredelt von rund 30 Leuten in der Postproduktion bei Lipstick Berlin. Der Spot galt als Qualitäts-Benchmark, direkt im Kontrast zum kritisierten Coca-Cola-Spot.

Quellen: slashCAM · Campaign Germany

Peter Jablonowski

AI Filmmaker aus Wien, über zehn Jahre Filmhandwerk. Produziert mit dem Team von Filmspektakel, dessen Sport-Arbeit 2026 zweifach für den Sports Emmy® nominiert wurde (echte Kamera, nicht KI). Mehr über mich

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